Workshop V
Johannes Schulten/Kristy Schank
Die Demokratisierung der Medien. Das Beispiel des argentinischen Gesetzes zur Neuordnung der
Radio- und Fernsehlandschaft.

Im Oktober 2009 verabschiedete das argentinische Parlament ein neues Mediengesetz und entledigt sich damit einem der letzten Relikte der Militärdiktatur. Während internationale Organisationen wie die OAS die Neuregelung als »Beispiel für ganz Lateinamerika« lobten, lief die hochmonopolisierte argentinische Rundfunk- und Presselandschaft Sturm. Vorwürfe des »Mediendiktats« oder »Tot für die Pressefreiheit« bestimmten über Monate die Schlagzeilen der großen Zeitungen. Die Regierung schoss zurück, Redaktionen wurden durchsucht, Server von Zeitungen abgeschaltet. Platz für Zwischentöne blieb kaum. Obwohl sich die im „ley de medios“ festgelegten Standards etwa bzgl. der Beschränkung der Sendelizenzen pro Unternehmen wenig vom hiesigen Medienrecht unterscheiden, stimmten auch europäische Leitmedien nahezu einhellig in das Konzert der Kritiker ein. Im Workshop wollen wir uns mit dem demokratischen Potential des Gesetzes beschäftigen und anhand ausgewählter deutschsprachiger Zeitungsartikel, den Gründen für die negative Medienberichterstattung nachgehen

Zu den Personen
Kristy Schank studierte Soziologie und Ethnologie an der Philipps-Universität Marburg. Seit 2007 arbeitet sie für verschiedene entwicklungspolitische Organisationen. Sie arbeitet und publiziert zu entwicklungspolitischen Themen und zu Lateinamerika und ist Mitherausgeberin des Sammelbandes „Sozialstrukturen in Lateinamerika“. Im Frühjahr 2010 war sie, zusammen mit Johannes Schulten, für einige Wochen in Argentinien, um zu den neuen Mediengesetzen zu recherchieren und Journalist_innen vor Ort zu interviewen.

Johannes Schulten hat Politikwissenschaft und VWL an der Philipps-Universität Marburg studiert und arbeitet seit gut einem Jahr als Volontär bei der Tageszeitung junge Welt. Er kennt Argentinien durch mehrere Aufenthalte. Im Frühjahr 2010 war er, zusammen mit Kristy Schank, für einige Wochen in Argentinien, um zu den neuen Mediengesetzen zu recherchieren und Journalist_innen vor Ort zu interviewen.