Vortrag: Lateinamerikaberichterstattung jenseits der Mainstream-Medien: Möglichkeiten und Grenzen alternativen Journalismus von der Basis
Werner Rätz

Der linke Blick auf Lateinamerika hat in den letzten Jahrzehnten mehrfach gewechselt. Dennoch bestehen entsprechende Medien seit über 35 Jahren. Sie wollen Aufmerksamkeit über die radiklae Linke hinaus zu gewinnen und auf den gesamten Kontinent und die Vielfalt seiner linken und alternativen Bewegungen und Politikansätze richten. Einseitigkeiten waren zu überwinden: Der Che und die Guerilla (60er), Chile und die Unidad Popular (70er), Vorbilder befreiter Gesellschaften und emanzipatorischer Politik in Nicaragua und El Salvador (80er), die bleierne Zeit des Neoliberalismus (90er) und heute der Sozialismus des 21. Jahrhunderts. Das ist nicht falsch, aber es gibt viel mehr: Theologie der Befreiung, eine unglaublich reiche kulturelle Tradition, die ersten Privatisierungswellen schon vor Jahrzehnten, selbstbewusste Idigenas im etablierten Politiksystem. Wer will so was lesen? Und wer schreibt es?

Zur Person
Werner Rätz ist seit 1975 in der Informationsstelle Lateinamerika (ila) aktiv, ist Redaktionsmitglied und veröffentlicht regelmäßig Artikel. Außerdem gehörte zum bundesweiten Koordinierungskreis von Attac Deutschland und engagiert sich vielfältig in sozialen Bewegungen z.B. für ein bedingungsloses Grundeinkommen und in der Friedensbewegung.